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Wachstum der Containertransporte auf der Schiene zwischen China und Europa übersteigt Prognosen

Containertransporte der UTLC ERA auf der Schiene zwischen Europa und China.
Quelle: United Transport and Logistics Company – Eurasian Rail Alliance (UTLC ERA)

Wachstum der Containertransporte auf der Schiene zwischen China und Europa übersteigt Prognosen. Preise auf der Breitspur sollen stabil bleiben.

04. August 2021, United Transport and Logistics Company – Eurasian Rail Alliance (UTLC ERA), Moskau

Containertransporte per Bahn zwischen Europa und China werden immer populärer. Ihr Wachstum ist größer als von den Betreibern selbst erwartet. Die Gründe für den Boom sind vielschichtig: die Seetransporte waren in der ersten Jahreshälfte mehreren Störungen unterworfen, die Kosten für Transporte per Schiff stiegen um das Vierfache, während die Transportkosten per Schiene stabil blieben. Die Bahndienstleister erschließen neue Logistiklösungen, treiben die Digitalisierung voran und passen die Infrastruktur dem zu erwartenden Wachstum an.

Der größte Dienstleister für Containertransporte auf der Breitspur ist das kasachisch-russisch-weißrussische Unternehmen, UTLC ERA, das 90 Prozent aller Transitfrachtgüter zwischen China und Europa transportiert. Das Unternehmen geht allein für die verbleibenden Monate des Jahres 2021 von einem weiteren Anstieg um 20 Prozent aus. „Wir sind unseren Prognosen um zwei Jahre voraus“, erklärt sein Vorstandsvorsitzender Alexej Grom.

Bereits 2020 hatte UTLC ERA gegenüber 2019 einen Zuwachs von 64 Prozent, von 333 Tausend auf 547 Tausend Standartcontainer (TEU), verzeichnet. Das sind Waren im Wert von 31,5 Milliarden US-Dollar (26,7 Mrd. Euro) bzw. 5,5 Prozent des Werts des Handels zwischen Europa und China. Vor fünf Jahren, in 2016, hatte das Unternehmen noch 100 983 Standardcontainer bewegt.

Die Transportdauer für die Güter von der chinesischen bis zur europäischen Grenze auf der 5.430 Kilometer langen Strecke beträgt bei UTLC ERA 5,5 Tage. Gemeinsam mit seinen Partnern erschließt das Unternehmen laut Alexey Grom kontinuierlich neue Durchlaufkapazitäten und -reserven und setzt neue Technologien ein. So wurde Anfang Juni an der chinesisch-kasachischen Grenze ein neuer Umschlagsterminal – Dostyk TransTerminal – eröffnet. Die angestrebte Abfertigungskapazität beträgt 700.000 TEU. UTLC ERA führt bereits testweise Abfertigungen von Containerzügen aus China nach Europa am neuen Terminal durch.

„Es ist erfreulich, dass die Terminals an den Grenzen ausgebaut werden. Dabei geht es nicht nur um die Terminals an der chinesischen Grenze. Eine rasante Entwicklung verzeichnen wir auch in Belarus und im Gebiet Kaliningrad“, betont der Chef des Eurasischen Transportunternehmens.

Am Hauptübergang Brest-Malaschewitschi an der europäischen Grenze werden neue Technologien eingesetzt. Auch die multimodalen Angebote, die eine Nutzung der Kaliningrader Eisenbahn, der Häfen des Kaliningrader Gebiets und der Strecken von UTLC ERA einbeziehen, stellen eine effektive Ergänzung zu den Landstrecken von China nach Europa und zurück, dar. Insgesamt verfügt das Gebiet Kaliningrad über ein beträchtliches Transitpotenzial und ist in der Lage, das Vierfache vom heutigen Warenvolumen zu transportieren. Insgesamt stiegen die über die russische Enklave Kaliningrad an der Ostsee abgewickelten Volumen für Europa 2020 im Vergleich zu 2019 um 320 Prozent.

Containertransporte zwischen Europa und China.
Quelle: United Transport and Logistics Company – Eurasian Rail Alliance (UTLC ERA)

China ist traditionell die treibende Kraft des Transitverkehrs. Das Land transportierte in den ersten sechs Monaten 2021 Richtung Europa 200.200 TEU, das sind 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig betrug das Wachstum des Transports von beladenen Containern Richtung China 80 Prozent und belief sich auf 116.500 TEU gegenüber 64.500 TEU im Vorjahr.

Allein im Jahr 2020 bediente UTLC ERA 64 neue Routen, davon 24 auf der Strecke Europa-China und 40 Routen in die Gegenrichtung. Auf die Standortkarte kamen 23 neue Aufnahme – und Abladestationen des Güterverkehrs – davon 18 allein in Europa.

Die wichtigsten chinesischen Versandorte sind Xi’an mit 36 Prozent, Chengdu mit 22 Prozent und Chongqing mit 20 Prozent. Eine positive Dynamik verzeichnen zudem die chinesischen Provinzen Changzhou, Hefei, Yiwu und Wuhan.

Zu den wichtigsten von Ost nach West transportierten Gütern gehören Elektrowaren (2020: 85.135 TEU), Maschinenbauerzeugnisse (80.556 TEU) und Autoteile (57.796 TEU). Auf diese drei Warengruppen entfallen 40 Prozent der transportierten Güter. Vor etwa drei Jahren hatten sie noch einen Anteil von 80 Prozent. Neu hinzugekommen sind niedrigpreisige Produktgruppen, wie Plasteteile (28.838 TEU, Holz (14.859 TEU), Textilien (12.825 TEU), Optikwaren (10.704 TEU) sowie Kautschuk- und Kautschukprodukte (7.509 TEU).

„Die letzten anderthalb Jahre haben nicht nur zu einem so nicht vorhersehbaren Boom der eurasischen Schienentransporte geführt. Diese Transportform ist für viele Unternehmen, die zwischen Europa und China Handel betreiben, zu einer echten Alternative zu Schiff und Straße geworden. Das liegt sicher mit an der verbesserten Schnelligkeit und der Zuverlässigkeit, aber auch den stabilen Preisen, die wir auch gegenwärtig nicht planen, zu erhöhen“, erklärt Alexey Grom.

Über die UTLC ERA:

United Transport and Logistics Company – Eurasian Rail Alliance (UTLC ERA) ist ein Dienstleister für Containertransporte auf der Schiene zwischen Europa und China. UTLC ERA wurde auf paritätischer Grundlage durch die Russischen Eisenbahnen RZhD, die Weißrussische Eisenbahn sowie die Kasachische Eisenbahngesellschaft gegründet. 2020 betrug das Transportvolumen der UTLC ERA 547 Tausend Standartcontainer (TEU, gewachsen um 64% im Vergleich zu 2019).

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